ASA Astrosysteme DDM60PRO
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Eine transportable Direct Drive Mount (DDM) mit einer Instrumententragkraft von bis zu 25 kg aus dem Hause ASA Astrosysteme.at hat Ihren ersten Einsatz beim Endkunden.
Nach Erhalt der Montierung musste zuerst die Grundplatte der neuen DDM60PRO meinem Stativ angepasst werden.
Anschliessend habe ich dann die Montierung komplett aufgebaut und den schon im Februar bezogenen ASA 8" Astrographen montiert. Es gibt hier einige Unterschiede zu bisherigen Montierungen, an die man sich erst gewöhnen muss. Normale Montierungen sind immer starr, d.h., dass die Achsen bei ausgeschalteter Nachführung bzw. Nachführung von Hand, fest stehen. Bei der DDM60PRO sind diese lose. Es ist möglich, die Achsen mit einem Inbusschlüssel zu fixieren, was man aber nur beim 1. Mal oder bei sehr schweren Teleskopen machen muss.
Sobald also die Gewichte montiert sind und die RA-Achse senkrecht steht, ist die Montage der Rohrschellen problemlos machbar. Nun den Astrographen in die Rohrschellen geklemmt und das System grob in die Waage gebracht - perfekt.
Die DDM60PRO bietet seinem Benutzer die Möglichkeit, USB Geräte direkt an der DE Achse der Montierung an einem integrierten 3-fach USB-Hub zu betreiben. Weiter finden wir hier die Ausgänge für das Steuerungskabel des ASA OK3-Okularauszuges sowie einen 12 Volt-Ausgang für den Betrieb des Lüfters der ASA Astrographen Serie. Für den Benutzer befindet sich hier ein weiterer Ausgang mit 2x 12 Volt für weiteren Strombedarf.
Also verbinde ich meinen Astrographen mit den benötigten Kabeln an der DDM60PRO. Nun stecke und verschraube ich die Kabel der DDM60PRO, welche für die Ansteuerung der Motoren, des OK-3 sowie dem integriertem USB-Hub benötigt werden. Das letzte Kabel ist für die Stromzufuhr und endet mit einer Lüsterklemme. Im Karton finde ich kein Netzteil, aber auf der Anleitung aus dem Internet lese ich, dass kein Netzteil mitgeliefert wird.
Somit ist das Abendprogramm für mich beendet.
Das Fazit: Eine tolle Montierung, welche ein technisch ansprechendes Design hat und eine echte Ingenieurleistung darstellt.
Soweit hat beim ersten Aufstellen alles gepasst. Morgen werde ich dann das Netzteil bestellen.
Ich habe nach Rücksprache mit ASA, mich für ein elektronisches Netzteil von 12 Volt max.10 A entschieden. Man sollte beachten, dass Netzteile dieser Grössenordnung mit weiteren ca. 200 € zu Buche schlagen!
Da ich von Anfang an wusste, dass ich die DDM60PRO mit einem PC Steuern werde, habe ich mich für den Kauf eines ASUS eee PCs aus der Serie T91 mit Touch-Screen entschieden. Wir hatten im Februar (2009) auf dem Gornergrat schon ASUS eee PC und HP Netbook 2133 dabei. Beide haben bei -12°C einwandfrei Ihren Dienst geleistet. Dies traue ich auch dem Neuen zu.
Also, ab auf die Homepage von ASA und alle zu installierenden Komponenten runtergeladen. Danach eines nach dem anderen an Hand der Installations-Anleitungen von ASA installiert. Einrichten der COM-Schnittstellen in der Init-Datei und Anschliessen der DDM60PRO am neuen Netzteil. Die Taste für den integrierten Laser beginnt rot zu leuchten und zeigt mir an, dass ich die Anschlüsse richtig verdrahtet habe. Ein Druck auf den Knopf lässt den grünen Laser aufleuchten.
Aufstarten der ersten Software zur Steuerung des OK-3 Okularauszuges. Drücken des Knopfes Sync auf dem Touch-Screen meines neuen Netbooks. Mit leichtem surren lässt der Motor das OK-3 in die Ausgangsposition fahren und zeigt mir auf dem PC sauber die Temperatur und die Position 0 an. Also fahre ich auf einen fiktiven Wert von 10.60 mm und der Okularauszug fährt an die gewünschte Position. Ein erster Erfolg!
Jetzt starte ich zusätzlich das Programm Autoslew von Ph. Keller auf. Die Motoren der beiden Achsen bekommen Strom und halten die Montierung an der Position. Nun über die Homepage von ASA auf die Anleitungsvideos und alles nochmals Revue passieren lassen.
Dann, Motoren "AUS" Montierung so einstellen, dass die RA Achse senkrecht steht und die DE-Achse den Tubus Richtung Nordpol schauen lässt. Motoren wieder "EIN" und ins Menu "Tunen". Zuerst nehme ich mir die RA-Achse vor und stelle die DIP-Regler auf vernünftige Werte. Danach das selbe mit der DE-Achse. Speichern der Parameter mit sinnvollem Namen welcher die Konfiguration beschreibt. Das "TUNEN" Fenster wieder Schliessen und die Parameter an die Kontroller weitergeben.
Nun zurück und die Mount mit den Pfeiltasten bewegen. Klasse, ein erster Lauf funktioniert. Beim Poldurchgang beginnen beide Motoren sich aufzuschaukeln (zu Brummen). Da ich zuletzt mit der RA-Achse gearbeitet habe, subtrahiere ich vom I-Wert der RA-Achse ca. 0.2 und das Problem ist gelöst. Also, wieder speichern und die Kontroller informieren. Ein zweiter Lauf zeigt, dass meine Korrektur gefruchtet hat.
Fazit nach dem ersten Trockenlauf - das Teil funktioniert soweit perfekt. Die neue externe Hardware wie Netbook und Netzteil haben sich erfolgreich bewährt. Nun muss ich auf die erste klare Nacht warten.
Clear Sky, es geht los wir haben den 19.10.2009. Gut 3 Wochen sind vergangen, seit ich die Mount erhalten habe. Etliche Trockenübungen habe ich gemacht, um mich mit der Software und den Erklärungen der Anleitung auseinander zu setzen. Heute gilt es ernst.
Also, alles im Teleskopraum zerlegen und draussen auf dem Rasen wieder zusammen bauen. Die benötigte Zeit zum mechanischen Umzug der Ausrüstung von 25 Minuten lässt sich sehen. Zu beachten ist, dass ich mit dem Laser die Montierung innerhalb dieser Zeit schon nach dem Polarstern ausgerichtet habe.
Aufstarten des Netbooks, verbinden der USB-Kabel und Aufstarten der Software. Test des OK-3 mit „Sync“ (synchronisieren), das bekannte Motor surren lässt klar den Betrieb des OK-3 erkennen. Danach Grobeinstellung auf 10.65 mm. Aufstarten von Autoslew - die Motoren bekommen Strom und die Mount wird starr (Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle Achsen frei beweglich). Manuelles Anfahren von Wega und Zentrieren auf dem CCD-Chip meiner EOS 20Da mit der Funktion FC2. Die Schärfe ist fast perfekt. Bei den aktuellen 4°C muss ich nur noch wenig korrigieren auf 10.637mm. Aufstarten meiner Planetariumssoftware "The Sky" -Suchen/Finden von Wega und Zentrieren. Das Teleskop mit "THE Sky" verbinden und nochmals Wega korrigieren. Danach 2mal "Sync" (synchronisieren) des Teleskops.
Dann Wega mit The Sky nochmals anfahren. Position kontrollieren - perfekt! Nach Autoslew wechseln und das Pointingfile beginnen. Jetzt fahre ich den Stern Altair über "THE SKY" an und danach korrigiere ich den Fehler der Montierung und speichere dies im Pointingfile. Diese Prozedur führe ich über 4 weitere Sterne im Westen durch. Danach beende ich das Pointingfile und lasse Autoslew den Fehler berechnen.
Auf zu einem Stern, der gut sichtbar im Süden liegt. Zentrieren und Autoslew auffordern, die aktuelle Position um den Fehler zu verschieben. Mit wenigen Schraubendrehungen an der Grundplatte der DDM60PRO ist der Stern auf dem CCD der EOS 20Da zentriert - fertig.
Für diese Schritte habe ich gut 20 Minuten gebraucht, was für das erstemal Echtbetrieb nicht übertrieben lang ist.
Nun kommt die Wahrheit ans Licht, über "The SKY" nochmals zweimal synchronisieren und danach Anfahren von M31. Die Motoren der DDM60PRO habe ich bis jetzt noch nicht wahrgenommen, weil der Lüfter des Astrographen die Motorengeräusche übertönt, was aber in der Gesamtlautstärke nicht grundlegend störend empfunden wird.
Nun stelle ich meine EOS 20Da auf FC1 und drehe sie so, dass die Position von M31 stimmen sollte. Programmieren des Kabelauslösers auf 40 Aufnahmen mit 15 Sekunden Belichtungszeit und 16 Sekunden Pause dazwischen. Anschliessend überprüfe ich die erste und letzte Aufnahme - kein Pixelsprung der Sterne.
Also 2. Serie mit 40 Aufnahmen mit 45 Sekunden Belichtungszeit und 46 Sekunden Pause zwischen den einzelnen Aufnahmen. Wieder kontrolliert und der Erfolg ist vielversprechend. Kein Pixelsprung zwischen der ersten und der letzten Aufnahme.
Also 3. Serie mit 40 Aufnahmen á 60 Sekunden und mit 61 Sekunden Pause. Wieder keine Pixelfehler zwischen der ersten und letzten Aufnahme. Die Aufnahme hat selbst bei 60 Sekunden Belichtung schöne, runde Sterne.
So lässt sich das Ergebnis von M31 sehen.
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Aufnahmeort |
Fägswil, Zürich, Schweiz |
550m üNN |
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Aufnahmetemperatur |
Zwischen 0.4°C und -3.7°C |
am Okularauszug |
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Montierung |
ASA DDM60PRO |
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Teleskop |
ASA N8“ Astrograph |
Korrektor f 3.6 |
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Fotoapparat |
CANON EOS 20Da |
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Belichtungen |
40x15sec./40x30sec./40x60sec |
Aufnahmezeitraum 2½ Std. |
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ISO |
800 |
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Fazit:
Eine High-End Montierung, die keine Wünsche offen lässt. Man benötigt aber gute technische Kenntnisse und ein gewisses Vorstellungsvermögen. Es ist definitiv noch keine Montierung, die man mit dem Gedanken Plug and Play nutzen kann.
Aber so, wie wir die Firma ASA und den Willen von Herrn Ph. Keller kennen, dürfte die Entwicklung einer solchen Software sicher schon in der Planung sein.